Die Stunde Null

8. Mai 1945 - Deutschland nach dem Krieg

8. Mai 2015 [aktualisiert 2015-05-09]

Am 08. Mai 1945 trat die ei­nen Tag zu­vor ver­ein­bar­te be­din­gungs­lo­se Ka­pi­tu­la­tion der deut­schen Wehr­macht in Kraft. Der 2. Welt­krieg in Deutsch­land war zu En­de, die na­tio­nal­so­zia­li­sti­sche Schre­ckens­herr­schaft Ge­schich­te.

Zerstörtes Dresden

Fast 70 Mio Men­schen ver­lo­ren im Krieg ihr Le­ben, dar­un­ter nach of­fi­ziel­len An­ga­ben et­wa 6 Mio Ju­den durch den Ho­lo­caust. Noch weit­aus mehr büß­ten Ge­sund­heit, An­ge­hö­ri­ge, Hei­mat, Ob­dach, Hab und Gut ein. Mil­lio­nen Frau­en ver­lo­ren ih­re Män­ner, Müt­ter ih­re Söh­ne, Kin­der ih­re Vä­ter. Die Op­fer­zah­len un­ter den Zi­vi­li­sten - Frau­en, Män­ner, Kin­der und Al­te - wa­ren so­gar noch hö­her als die­je­ni­gen un­ter den Sol­da­ten. Den höch­sten Blut­zoll ins­ge­samt muss­ten Russ­land (27 Mio), Chi­na (13.5), Deutsch­land (6.4), Po­len (6), Ja­pan (3.8) und In­dien (3) ent­rich­ten. Zig Mil­lio­nen Über­le­ben­de tru­gen Ver­wun­dun­gen an Leib und See­le da­von.

Psy­chi­sche und po­li­ti­sche Schä­den und Trau­ma­ta ver­er­bten sich auf nach­fol­gen­de Ge­ne­ra­tio­nen und dau­ern an bis auf den heu­ti­gen Tag.
 

Die Stunde Null

 

Die Ver­bre­chen der Be­frei­er

Krieg kennt kei­ne Gna­de und kei­ne Moral und macht kei­nen Un­ter­schied zwi­schen Schul­di­gen und Un­schul­di­gen. Ver­ant­wort­lich sind meist nur ei­ni­ge we­ni­ge, aber vie­le ma­chen mit und da­für bü­ßen müs­sen al­le.

Flä­chen­bom­bar­de­mets und Bom­ben­an­grif­fe auf Städ­te, bei de­nen die Zi­vil­be­völ­ke­rung das Haupt­an­griffs­ziel ist, gel­ten et­li­chen Hi­sto­ri­kern als Kriegs­ver­bre­chen.

Ge­gen En­de des Krie­ges er­eil­te die Deut­schen die Ra­che der Sie­ger. Die Sol­da­ten al­ler al­li­ier­ten Sie­ger­mäch­te ver­üb­ten Kriegs­ver­bre­chen an Sol­da­ten und Zi­vi­li­sten. Etwa 1.3 Mio der ca. 11 Mio deut­schen Kriegs­ge­fan­ge­nen kehr­ten nicht wie­der heim, wo­bei die Sterb­lich­keit der ca. 7.5 Mio Sol­da­ten in west­al­li­ier­ter Ge­fan­gen­schaft nach of­fi­ziel­len Zah­len zwi­schen we­ni­ger als ei­nem und drei Pro­zent (Frank­reich) lag, bei den gut 3 Mio in rus­si­scher Kriegs­ge­fan­gen­schaft be­find­li­chen Sol­da­ten hin­ge­gen bei ei­nem Drit­tel. Dies lag mög­li­cher­wei­se zum Teil auch an der lan­gen Dau­er der Ge­fan­gen­schaft. Die letz­ten Kriegs­ge­fan­ge­nen kehr­ten erst 1955 auf Ini­tia­ti­ve des da­ma­li­gen Bun­des­kanz­lers Kon­rad Ade­nau­er aus Russ­land heim. Etwa 1.3 Mio deut­sche Mi­li­tär­an­ge­hö­ri­ge gel­ten bis heu­te als ver­misst.

Wei­ter­hin wur­de des öf­te­ren vor wich­ti­gen Ge­fech­ten so­wohl von Sei­ten der Ach­sen­mäch­te als auch von Sei­ten der Al­li­ier­ten of­fi­ziell oder in­of­fi­ziell die Pa­ro­le 'Kei­ne Ge­fan­ge­nen' aus­ge­ge­ben.

Doku: 'Die Ver­bre­chen der Be­frei­er' » ZDF Me­dia­thek

Nach zu­rück­hal­ten­der Schät­zung wur­den fast 1 Mio deut­sche Frau­en von Ame­ri­ka­nern, Bri­ten, Fran­zo­sen und Rus­sen ver­ge­wal­tigt, schreibt die Hi­sto­ri­ke­rin Mi­riam Geb­hardt in ih­rem Buch 'Als die Sol­da­ten ka­men'. An­de­re For­scher ge­hen gar von über 2 Mio ver­ge­wal­tig­ten deut­schen Frau­en aus, wo­bei über ein Drit­tel von ih­nen mehr­fach ver­ge­wal­tigt wur­de.

Aufgrund der Ver­ge­wal­ti­gungs- und Ge­walt­ex­zes­se ge­gen Kriegs­en­de kam es zu ei­ner Wel­le von Selbst­mor­den un­ter den schutz­los den al­li­ier­ten Sol­da­ten aus­ge­lie­fer­ten deut­schen Frau­en und Fa­mi­lien. In Dem­min (Meck­len­burg- Vor­pom­mern) wü­te­ten Sol­da­ten der Ro­ten Ar­mee nach dem Ein­marsch am 30. April in den dar­auf fol­gen­den Wo­chen der­art bru­tal, dass sich um 900 Dem­mi­ner, das sind 6% der Ein­woh­ner, das Le­ben nah­men. Die mei­sten gin­gen ins Was­ser der Tol­len­se oder Pee­ne.

Im Süd­we­sten tob­ten sich fran­zö­si­sche Sol­da­ten aus. In Freu­den­stadt wur­den Frau­en und Mäd­chen ta­ge­lang von ma­rok­ka­ni­schen Sol­da­ten miss­braucht, in Stutt­gart und Pforz­heim kam es zu Mas­sen­ver­ge­wal­ti­gun­gen, in Karls­ru­he wur­den täg­lich hun­der­te von Frau­en, oft­mals im Rah­men von Plün­de­run­gen zu se­xu­el­len Hand­lun­gen ge­nö­tigt. Schließ­lich wur­den von der Mi­li­tär­ver­wal­tung Bor­del­le ein­ge­rich­tet, in de­nen jun­ge Frau­en und Mäd­chen, die man will­kür­lich auf der Stra­ße auf­griff, zum Lie­bes­dienst ge­zwun­gen wur­den.

Nach gro­ben Schät­zun­gen wur­den in Deutsch­land wäh­rend der Be­sat­zung durch die Al­li­ier­ten ins­ge­samt min­de­stens 160.000 Be­sat­zungs­kin­der ge­bo­ren, wo­bei al­ler­dings der Groß­teil der Kin­der aus Lie­bes­be­zie­hun­gen her­vor­ging, wäh­rend die mei­sten der im Rah­men von Ver­ge­wal­ti­gun­gen ge­zeug­ten Kin­der ab­ge­trie­ben wur­den.

 

Verbre­chen der Wehr­macht

Die deut­sche Wehr­macht und vor al­lem die Ver­bän­de der Waf­fen- SS be­gin­gen auf ih­rem Marsch durch Eu­ro­pa un­ge­heu­er­li­che Kriegs­ver­bre­chen an ge­fan­gen ge­nom­me­nen Sol­da­ten, Par­ti­sa­nen, Zi­vi­li­sten und ins­be­son­de­re im Rah­men der Ju­den­ver­fol­gung und -ver­nich­tung.

Von den über 5 Mio rus­si­schen Sol­da­ten in deut­scher Kriegs­ge­fan­gen­schaft ka­men fast zwei Drit­tel (3.3 Mio) um, 80.000 ge­fan­gen ge­nom­me­ne jü­di­sche An­ge­hö­ri­ge der Ro­ten Ar­mee wur­den er­mor­det. Von den ca. 230.000 von der Wehr­macht in­ter­nier­ten Sol­da­ten der West­al­li­ier­ten star­ben et­wa 3% in Ge­fan­gen­schaft. Dar­über hin­aus wur­den un­zäh­li­ge Par­ti­sa­nen, die kei­nen Sta­tus als Kriegs­ge­fan­ge­ne be­sa­ßen so­wie tat­säch­li­che und ver­meint­li­che zi­vi­le Un­ter­stüt­zer und Kol­la­bo­ra­teu­re, oft ge­nug ein­zig und al­lein zum Zwe­cke der Ab­schre­ckung, vor allem in Russ­land, Po­len, Ost- und Süd­eu­ro­pa so­wie in Frank­reich, Bel­gien und an­ders­wo hin­ge­rich­tet.

Se­xu­el­le Ge­walt spiel­te auch bei der Wehr­macht ei­ne nicht un­er­heb­li­che Rol­le, je­doch gibt es hier we­nig be­last­ba­res Zah­len­ma­te­rial. Gut 5.000 Wehr­machts­an­ge­hö­ri­ge wur­den we­gen ent­spre­chen­der De­lik­te be­langt, die Dun­kel­zif­fer dürf­te um ein viel­fa­ches hö­her lie­gen, zu­mal ein der­ar­ti­ges Vor­gehen in der Re­gel als Ka­va­liers­de­likt galt und Bor­del­le für Of­fi­zie­re und Mann­schaf­ten ganz le­gal ein­ge­rich­tet wur­den, in de­nen häu­fig auch weib­li­che KZ-Häft­lin­ge ih­re se­xu­el­len Dien­ste an­bie­ten muss­ten.

Ver­schie­dent­lich ist von meh­re­ren hun­dert­tau­send bis mehr als 1 Mio 'Wehr­machts­kin­dern' die Re­de, wel­che von den 18 Mio deut­schen Sol­da­ten zwi­schen 1939 und 1945 im be­setz­ten Eu­ro­pa ge­zeugt wur­den, in vie­len Fäl­le je­doch ver­mut­lich eben­falls im Rah­men von ein­ver­nehm­li­chem Ge­schlechts­ver­kehr.

 

Stun­de Null und Wie­der­auf­bau

In der Stun­de Null zähl­ten erst­mal nur noch die fun­da­men­ta­len mensch­li­chen Pri­mär­be­dürf­nis­se: Nah­rung, Woh­nung, Si­cher­heit, An­ge­hö­ri­ge. Bis 1948 präg­ten Hun­ger, be­eng­te Wohn­ver­hält­nis­se, die Su­che nach An­ge­hö­ri­gen und in den Win­ter­mo­na­ten die Käl­te das Le­ben der Men­schen.
 

Hunger­jah­re

Ob­wohl die länd­li­chen Re­gio­nen vom Krieg weit­ge­hend ver­schont ge­blie­ben wa­ren, san­ken die land­wirt­schaft­li­chen Er­trä­ge. Ge­rä­te und Ma­schi­nen wa­ren oft nicht ein­satz­be­reit, da es an Treib­stoff und Er­satz­tei­len man­gel­te, Dün­ge­mit­tel konn­ten nicht aus­rei­chend be­schafft wer­den und die Ge­trei­de­lie­fe­run­gen aus den Korn­kam­mern der ver­lo­re­nen Ost­pro­vin­zen ent­fie­len. Zwar pro­du­zier­ten die Bau­ern im­mer noch mehr als ge­nug für den Ei­gen­be­darf, für ei­ne aus­rei­chen­de Ver­sor­gung der gro­ßen Städ­te reich­ten die Über­schüs­se je­doch nicht. Zum Pro­blem ge­rin­ger Er­trä­ge ka­men au­fgrund der Schä­den in der Ver­kehrs- In­fra­struk­tur so­wie der Gren­zen zwi­schen den 4 Be­sat­zungs­zo­nen gra­vie­ren­de Ver­tei­lungs­pro­ble­me hin­zu. Ob­wohl den Bau­ern von den Al­li­ier­ten Ab­ga­be­quo­ten zur Be­lie­fe­rung der übri­gen Be­völ­ke­rung auf­er­legt wur­den, er­ging es der länd­li­chen Be­völ­ke­rung im All­ge­mei­nen hin­sicht­lich der Ver­sor­gung mit Le­bens­mit­teln we­sent­lich bes­ser als den Men­schen in den Städ­ten.

Die Le­bens­mit­tel­ver­tei­lung er­folg­te durch die Al­li­ier­ten über Le­bens­mit­tel­kar­ten, wel­che die Be­rech­ti­gung zum Er­werb von Le­bens­mit­teln re­gel­ten und je nach Tä­tig­keit des Be­zie­hers in 5 Nähr­wert- Ka­te­go­rien ein­ge­teilt wa­ren.


Kalte Winter, knap­per Wohn­raum

Na­he­zu sämt­li­che grö­ße­ren Städ­te in Deutsch­land wur­den wäh­rend des Krie­ges durch Bom­ben­an­grif­fe be­schä­digt, vie­le In­nen­städ­te wie et­wa in Ber­lin, Dres­den, Köln, Mün­chen und an­ders­wo zu über 90% zer­stört. Ins­ge­samt wur­den 1/5 der Woh­nun­gen und Fa­bri­ken und 2/5 der wich­ti­gen Ver­kehrs­ver­bin­dun­gen, Stra­ßen, Schie­nen und Brü­cken zer­stört.

1.8 Mio Woh­nun­gen wa­ren un­be­wohn­bar und 3.6 Mio be­schä­digt, 20 Mio Men­schen von der Zer­stö­rung von Wohn­raum be­trof­fen. Hin­zu ka­men Mil­lio­nen von Ver­trie­be­nen ins­be­son­de­re aus den Ost­ge­bie­ten des Deut­schen Rei­ches, die ein Dach über dem Kopf be­nö­tig­ten. Für 14 Mio Haus­hal­te stan­den nach dem Krieg we­ni­ger als 8 Mio Woh­nun­gen zur Ver­fü­gung. Kel­ler, Dach­kam­mern, Ver­schlä­ge, Stäl­le - al­les wur­de als Wohn­raum ge­nutzt. In den Städ­ten muss­ten sich oft meh­re­re Fa­mi­lien ei­ne Woh­nung tei­len. Das größ­te Pro­blem war aber die Käl­te im Win­ter. Mo­bi­liar wur­de ver­heizt, so­gar Kla­vie­re, Brenn­holz des Nachts in um­lie­gen­den Ge­höl­zen ge­schla­gen und Koh­len auf dem Ge­län­de von Bahn­hö­fen 'or­ga­ni­siert'. Da die Men­schen zu­sätz­lich vom Hun­ger ge­schwächt wa­ren, stieg die Sterb­lich­keits­ra­te in den Win­ter­mo­na­ten in man­chen Re­gio­nen um 50%.
 

Schwarzmarkt

Der Super­markt der Nach­kriegs­zeit war der Schwarz­markt. Die wich­tig­ste Wäh­rung wa­ren Zi­ga­ret­ten, zu­meist ame­ri­ka­ni­sche der Mar­ke Lucky Stri­ke. Auf dem Schwarz­markt gab es so gut wie al­les, u.a. wur­den Brot, Fleisch, Le­bens­mit­tel und Le­bens­mit­tel­kar­ten ge­gen Kaf­fee, Schnaps, Ben­zin, Uh­ren und Schmuck ge­tauscht, wo­bei die Nach­fra­ge bei wei­tem das An­ge­bot über­traf. Be­gehr­te Wa­ren wie Zi­ga­ret­ten, Ge­nuss- und Le­bens­mit­tel stamm­ten von (ame­ri­ka­nis­chen) Be­sat­zungs­sol­da­ten, Bau­ern und manch­mal auch aus Raub­zü­gen und Dieb­stäh­len, als Kun­den tra­ten Bür­ger auf, die ih­re vor Plün­de­run­gen ge­ret­te­ten Wert­sa­chen ver­äu­ßer­ten. Schwarz­markt­han­del war ver­bo­ten und wur­de streng be­straft, oft­mals al­ler­dings ge­lang­ten be­schlag­nahm­te Wa­ren er­neut in den Han­del...
 

Suche nach Angehörigen

Die Su­che nach An­ge­hö­ri­gen er­fol­gte über­wie­gend über das In­ter­na­tio­na­le und im Fal­le Deutsch­lands über das Deut­sche Ro­te Kreuz, die Deut­sche Dienst­stel­le (WASt) und den in­ter­na­tio­na­len Such­dienst. Wei­te­re An­sprech­part­ner wa­ren bzw. sind der Volks­bund Deut­sche Kriegs­grä­ber­für­sor­ge und das Bun­des­ar­chiv- Mi­li­tär­ar­chiv. Such­li­sten von Ver­miss­ten wur­den u.a. an 'Zet­tel­wän­den' aus­ge­hängt. Man­che Fa­mi­lien fan­den ein­an­der nach Jah­ren wie­der, an­de­re er­fuh­ren nie wie­der etwas über das Schick­sal ih­rer An­ge­hö­ri­gen oder Lieb­sten.
 

Ent­mi­li­ta­ri­sie­rung und Ent­na­zi­fi­zie­rung

Für die Al­li­ier­ten wa­ren dar­über hin­aus ei­ne voll­stän­di­ge Ent­mi­li­ta­ri­sie­rung und Ent­waff­nung auch der Zi­vil­be­völ­ke­rung und die Ent­na­zi­fi­zie­rung Deutsch­lands von vor­ran­gi­ger Be­deu­tung, da man zu­nächst mit grö­ße­rem Wi­der­stand rech­ne­te und eine Art Volks­krieg oder Par­ti­sa­nen­kampf ge­gen die Be­sat­zer be­fürch­te­te. Die­se Be­fürch­tun­gen er­wie­sen sich je­doch als un­be­grün­det. Die Deut­schen wa­ren kriegs­smü­de.

Dar­über hin­aus wa­ren ins­be­son­de­re die drei eu­ro­päi­schen Sie­ger­mäch­te Eng­land, Frank­reich und Russ­land mit der Ver­sor­gung und dem Wie­der­auf­bau der ei­ge­nen Län­der be­schäf­tigt. Russ­land und Frank­reich de­mon­tier­ten in grö­ße­rem Um­fan­ge Pro­duk­tions­an­la­gen, um sie in ih­ren ei­ge­nen Län­dern wie­der auf­zu­bauen. Nach dem En­de des Krie­ges wur­den mehr Fa­brik­an­la­gen de­mon­tiert als im Krieg zer­stört wor­den wa­ren. Eng­land und die USA hin­ge­gen in­te­res­sier­ten sich vor al­lem für Pa­ten­te und Er­fin­dun­gen und zo­gen auf die­se Wei­se enor­me Wer­te aus Deutsch­land ab.
 

Beginn des Wie­der­auf­baus

Wäh­rend mehr als 10 Mio deut­sche Sol­da­ten in Kriegs­ge­fan­gen­schaft schmach­te­ten, mach­ten sich gleich nach Kriegs­en­de die so­ge­nann­ten 'Trüm­mer­frau­en' - die of­fi­ziel­le Be­zeich­nung lau­te­te 'Hilfs­ar­bei­te­rin­nen im Bau­ge­wer­be' - an die Auf­räum­ar­bei­ten. Nach neu­e­ren Ein­schät­zun­gen sol­len es zwar wohl we­ni­ger Trümm­er­frau­en und die Be­deu­tung ih­rer Tä­tig­keit ge­rin­ger ge­we­sen sein als lan­ge Zeit pro­pa­giert - denn bald über­nah­men pro­fes­sio­nel­le Un­ter­neh­men die Haupt­last der Kriegs­schutt- Be­sei­ti­gung und des Wie­der­auf­baus - aber den­noch ist ihr Ein­satz ins­be­son­de­re in den er­sten Ta­gen, Wo­chen und Mo­na­ten nach Kriegs­en­de hoch ein­zu­schät­zen, fin­de ich.

Ab Früh­jahr / Som­mer 1948 ging es bei der Ver­sor­gung mit Le­bens­mit­teln nicht zu­letzt auch dank des Mar­shall- Pla­nes spür­bar auf­wärts. Bis in die 1950er Jah­re hin­ein ar­bei­te­ten nun vor­über­ge­hend wie­der fast ein Vier­tel der Deut­schen haupt- oder ne­ben­be­ruf­lich in der Land­wirt­schaft. Die In­du­strie­pro­duk­tion er­reich­te dann im We­sten be­reits An­fang / Mit­te der 1950er Jah­re wie­der das Vor­kriegs­ni­veau und schritt von da an ra­pi­de vor­an. In den 1950er Jah­ren nor­ma­li­sier­te sich all­mäh­lich auch die Si­tua­tion bei der Wohn­raum­ver­sor­gung und die Bau­lü­cken in den Städ­ten wur­den nach und nach ge­schlos­sen, wo­bei zu­nächst ei­ne ein­fa­che und schlich­te Be­bau­ung über­wog.
 

Quel­len und wei­ter­füh­ren­de Links:

Zwei­ter Welt­krieg (Wi­ki­pe­dia)
Kriegs­ver­bre­chen der Al­li­ier­ten (Wi­ki­pe­dia)
Nem­mers­dorf (Zeit)
Hun­ger­jah­re (Re­gio­nal­Ge­schich­te.net)
Karls­ru­he 1945 - Zeit­ta­fel (hbg.ka)
Kriegs­ge­fan­ge­ne des Zwei­ten Welt­krie­ges (Wikipedia)
Heim­keh­rer (Wi­ki­pe­dia)
Sexu­elle Ge­walt im Zwei­ten Welt­krieg (Wi­ki­pe­dia)
Ver­ge­wal­ti­gun­gen im Zwei­ten Welt­krieg (DLF)

Unver­mu­te­te Über­grif­fe (Zeit)
Zyankali für das Volk (Welt)
Ver­ge­wal­ti­gung deut­scher Frau­en (lu­bo­cat­ti­vo)
Besat­zungs­kind (Wi­ki­pe­dia) 
Schat­ten­da­sein der Fein­des­kin­der (NZZ)

und wei­te­re Sei­ten vor al­lem in Wi­ki­pe­dia
 

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1 Kommentar

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Ruth
2015-05-09, 17:16:08
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2017-02-16, Schelm

Die große Völ­ker­wan­de­rung

Bassam Tibi, deutsch- sy­ri­scher Po­li­tik­wis­sen­schaft­ler, zu Fra­gen von Mi­gra­tion und In­te­gra­tion:

"Integration er­folgt im­mer in et­was, das heisst in ein Ge­mein­we­sen mit kul­tu­rel­ler Iden­ti­tät. Wenn Deutsch­land sei­ne Iden­ti­tät ver­leug­net, ist die Fol­ge klar: eine Un­fä­hig­keit zur In­te­gra­tion."

2017-01-15 [10], baz

Der Neue Mensch

Zur trü­ge­ri­schen Vi­sion mensch­li­cher Voll­kom­men­heit - Es­say

2017-01-15, bpb

BAMF: Über 700.000 Asyl­an­trä­ge in 2016

Neu­re­gi­strie­run­gen von Zu­wan­de­rern aus Nicht- EU- Län­dern gab es in 2016 et­wa 300.000.

2017-01-11, Schelm

Merkels Tote

Der Terror- An­schlag von Ber­lin: Was wir dar­aus ler­nen – und man­che un­se­rer Po­li­ti­ker nie.

2016-12-24, BAZ

Keine Trauer­fei­er für die Ter­ror- Op­fer von Ber­lin

Trump über Merkel

Europe’s man problem

"... one crucial di­men­sion of this [mi­gra­tion] cri­sis has gone litt­le - no­ticed: [...] sex ra­tios. [...] As an­thro­po­lo­gist Bar­ba­ra Mil­ler has per­sua­sive­ly ar­gued, a nor­mal sex ra­tio is a 'pub­lic good' and there­fore de­serves state pro­tec­tion. For Swe­den — or any other Euro­pean coun­try — to wind up with the worst young adult sex ra­tios in the world would be a tra­ge­dy for Euro­pean men and wo­men alike."
2017-01-13 [1/11/16], Pol
Europa hat ein Män­ner­pro­blem
[2016-01-15], Huff

Über­gut­mensch

Asyl und hu­­ma­­ni­­tä­­re Hil­­fe für Kriegs­flücht­lin­ge oder Neu­an­sied­lungs­po­li­tik und Be­stands­er­hal­tungs­mi­gra­tion ?

2016-11-03, WM

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