Bekenntnisse einer AfD- Anhängerin

Gastbeitrag einer facebook- Freundin

2017-02-14

Für diejenigen, die politisch nicht auf meiner Linie sind, hier die Erklärung, wie ich zu meiner Position gelangt bin. Ist eine lange Erklärung, also nur für die, die es wirklich interessiert ...

Ich war bis auf meine Sturm-und-Drang-Zeiten zwischen 16 und 20 Jahren, in denen ich dann anfangs fälschlicherweise die Grünen wählte, nie politisch. Ich habe in meinem ganzen Leben, obwohl ich heimatliebende Bayerin bin, noch nie die CSU gewählt. Entgegen aller Klischees gegenüber AfDlern bin ich nämlich ein sehr weltoffener Mensch und die CSU war mir immer zu spießig, zu konservativ, zu "rechts", zu kleinstirnig etc. Nach dem ersten Wahlirrtum mit den Grünen habe ich mich der SPD zugewandt. Und entgegen der Meinung vieler fand ich auch Schröder tausendmal besser als Merkel. Denn Merkel hat nur Schröder mit der Agenda 2010 zu verdanken, dass Deutschland den totalen Wohlfahrtsstaat aufgab und wieder zur Leistung zurückfand. Die Lorbeeren hat dann Merkel kassiert. Als Merkel Kanzlerin wurde - ich habe sie vom ersten Tag an abgelehnt - habe ich mich der FDP zugewandt, die von den Zielen her immer liberal und vernünftig klang, diese Vernunft aber sofort aufgab, wenn sie wieder in der Koalition mitmischte und die mich in der Regierung immer maßlos enttäuschte. Ebenso wie Merkel habe ich den Euro von Anfang an abgelehnt, denn dass daraus eine Transferunion entstehen würde, hätte jedem klar sein müssen, der sich auch nur am Rand mit dem Thema ein bisschen befasst hätte. Und genau aus diesem Grund habe ich schon 2013 unter Lucke die AfD gewählt. Als Lucke dann ausstieg wegen der sehr rechten Tendenz der AfD (und weil man ihn als Parteichef nicht akzeptierte), bin ich zunächst mit Lucke "ausgestiegen", denn ich habe definitiv keinen Hang zu rechtsextremen Positionen.

Und dann kam Merkels fataler Fehler (beabsichtigt oder unbeabsichtigt) und da bekam ich bereits im August/Anfang September 2015 absolute Panik. Denn mir war klar, wohin diese Masseneinwanderung führen würde. Ein halbes Jahr habe ich - oft in gemeinsamen Diskussionen mit Freunden - gegen blinde Journalisten, Redakteure, Dozenten etc. angeschrieben. Wir haben ihnen damals gesagt, dass die Kriminalität und der Terror zunehmen würde, dass die Massen nicht integrierbar seien, dass der Islam eben nicht zu Deutschland gehören würde, weil der Islam das auch gar nicht will (der Islam will sich alles und jeden unterwerfen). Aber die Rot- Grün- Linken- Schwarzen waren alle so gut und wollten nur helfen. Und ach, die armen Menschen! Und so weiter ... Auch damals dachte ich noch nicht an die AfD. Ich war so gutgläubig und hoffte auf Seehofer. Denn er hatte ja die tollsten Ankündigungen auf Lager, aber er setzte keine einzige um und hielt letzten Endes immer Merkel die Stange.

Als es letztes Jahr im Frühjahr nach den Wahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg einfach so weiterging wie gehabt und Merkel gar keine Anstalten machte, etwas zu ändern, war mir klar, dass man mehr Druck aufbauen müsste. Und da habe ich mich entschlossen, wieder die AfD zu wählen. Denn das ist die einzige Partei, die sich gegen diese Masse an Hilfssüchtigen wehrt und eine Gegenposition einnimmt. Sich in diese Richtung zu begeben, ist nicht einfach in Deutschland. Denn du darfst es nicht laut sagen, musst Angst um den Arbeitsplatz haben oder dass dir jemand die Reifen aufsticht, wenn du eine AfD-Veranstaltung besuchst.

Im Herbst fing ich an - aus Interesse, um die AfD von innen heraus kennenzulernen - AfD-Veranstaltungen des Kreisverbandes bei mir im Landkreis zu besuchen. Und siehe da! Ich traf keine Nazis, keine Krawallmacher, keine minderbemittelten oder abgehängten Leute am Rande der Gesellschaft, sondern gutbürgerliche und überwiegend gut gebildete und ausgebildete, ehemals konservative Wähler, die ihre Heimat vor Merkels Vergewaltigung schützen wollen. Leute, die nicht zusehen wollen, wie ihnen von oben her diktiert wird, was sie zu schlucken haben. Leute, die nicht zwangsweise mit dem Islam leben wollen, der unser Leben in jeder Hinsicht verändert. Mit jeder weiteren AfD-Veranstaltung wurde mir klar, dass ich diese Partei unterstützen muss, wenn man in diesem Land überhaupt noch etwas verändern kann. Und deshalb habe ich mich entschlossen, in die Partei einzutreten, obwohl ich nie politisch aktiv war.

Dass die Emotionen allmählich hier und überhaupt in den Diskussionen überkochen, liegt daran, dass man eine gewisse Ohnmacht verspürt, weil AfDler, also die Einzigen, die eine Gegenposition zu Merkels Politik einnehmen, sofort in die Naziecke gedrängt werden und man uns die Rechtsstaatlichkeit und Verfassungskonformität abspricht. Und das ist einfach kompletter Unsinn.

Den rechten Flügel der AfD gibt es. Und ich bin gar nicht froh darüber, weil ich glaube, dass die ganz rechten Positionen uns schaden. Aber es fühlen sich halt viele Leute aus ganz verschiedenen Richtungen (eine AfDlerin bei uns war vorher 30 Jahre bei den Grünen Mitglied) nur noch von der AfD verstanden. Das aber haben die Altparteien nicht verstanden. Ich selbst lehne in Diskussionen Schimpfwörter, Beleidigungen und dergleichen ab. Aber auch ich verwende Ironie oder Übertreibungen als rhetorisches Stilmittel, weil Politiker jeder Couleur so auftreten, um die Leute mitzureißen. Schulz ist übrigens einer der besten Vertreter von Stammtischreden. Populistisch werden alle Politiker, wenn es um den Wahlkampf geht. Wobei ich nichts gegen Populismus habe, wenn die Politiker dann auch nach der Wahl noch einhalten, was sie vorher den Leuten versprochen haben.

Vielleicht versteht jetzt der eine oder andere, dass hinter der AfD viele Leute wie ich stehen und dass die gar nicht so "Nazi" sind ...

Ge­ring­fü­gig re­dak­tio­nell be­ar­bei­tet.
Gast­bei­trä­ge ge­ben nicht un­be­dingt die Mei­nung des Her­aus­ge­bers wie­der.

Links:
AfD- Faktencheck

Grafiken aus: ARD- dimap- Umfrage November 2015
 

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Last edit: 2017-02-14 | 10:21

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